Wissenschaftler: Wir brauchen eine neue Schulpolitik!

Deutliche Worte eines angesehenen Wissenschaftlers: Die Hauptschule sei als Schulform kaputt, der Realschule werde es schon bald genau so gehen. Gefordert ist nun die Politik, das Schulsystem grundlegend zu reformieren.

Der das sagt, ist Dr. Ernst Rösner vom Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforscher an der TU. Die deutlichen Worte fielen in der Lokalzeit im WDR Fernsehen am 19. Februar 2010. Denn immer mehr Hauptschulen in NRW stellen fest: Nurmehr eine Handvoll Eltern melden ihre Kinder hier an. Die Schulform überlebt nur, weil Real- und Gesamtschulen Kinder ablehnen und zur Hauptschule schicken müssen. “Die Schulform verfällt. Es wird in fünf Jahren vermutlich keine Hauptschule mehr geben”, so Rösners Prognose. Und weiter: “Die Landesregierung ignoriert dieses Problem, sie versucht sich möglicherweise über den Mai zu retten.”

Diese Form der “Restschule” ist unfair, übelste Auslese und hat mit Elternwillen und Kindeswohl nichts mehr zu tun. Schulforscher Ernst Rösner ist sich sicher, dass nach der Landtagswahl jede Landesregierung zu einer großen Schulreform gezwungen sein wird. Denn auf kundige Forscher wie ihn scheinen die derzeit Regierenden nicht zu hören, wie er resigniert im Interview zugesteht: “Wir Wissenschaftler sind die Hofnarren der Bildungspolitik.”

Der bisherigen Politik von CDU und FDP im Land, zig Millionen in die Hauptschulen zu pumpen, weil sie für ihr ideologisch verteidigtes dreigliedriges Schulsystem so wichtig ist, erteilt der Wissenschaftler eine klare Absage. Stattdessen sagt Rösner: “Leistungsstarke und leistungsschwache Schüler kann man mit klugem Unterricht gemeinsam unterrichten. Das zeigt uns das Ausland.” Ein klares Plädoyer des renommierten Schulforschers für längeres gemeinsames Lernen, leistungsgerechte Förderung für die unterschiedlichen Begabungen – so wie die SPD es im Programm für die Landtagswahl fordert.

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