"Weg mit den Studiengebühren!"

Bildung ist das Zukunftsthema unseres Landes. Die Landesregierung rühmt sich zwar, viele neue Lehrerstellen geschaffen zu haben. Aber Stellen geben keinen Unterricht! Und wenn 5000 Stellen unbesetzt sind, fallen für die betroffenen Schüler eben weiter Stunden aus. Wir sprachen mit SPD-Kandidatin Eva Steininger-Bludau über die Ideen der SPD für eine bessere Bildungspolitik in NRW.

100325_tafelbild_445Frage: Bildung ist Ländersache. Wie sieht hier die Regierungsbilanz von Schwarz-Gelb aus?

Eva: In einem Wort? Verheerend! Schwarz-Gelb hat die soziale Auslese verschärft, die Zugänge zu Bildung enger statt weiter gemacht. Der Leistungsdruck steigt. Und das schon bei den ganz Kleinen.

Geht’s konkreter?

Na klar: Höhere Kita-Gebühren, schlechtere Qualität durch das KiBiz, weniger Betreuung, Abschaffung der Grundschulbezirke. Sortieren von jungen Menschen nach Schubladen durch das verbissene Festhalten am gegliederten Schulsystem. Abschottung der Gymnasien. Schlecht gemachte Schulzeitverkürzung. Einführung von Studiengebühren. So sieht die katastophale Bildungspolitik von Herrn Rüttgers und Frau Sommer aus.

Kritisieren ist einfach. Wie wollen es die Sozialdemokraten denn besser machen?

Ganz einfach: Wir wollen beste Bildung für alle! Dafür haben wir drei zentrale Ziele: 1. Bildung muss beitrags- und gebührenfrei sein. Also: Weg mit den Studiengebühren! 2. Kinder sollen länger gemeinsam lernen, so werden Benachteiligungen besser abgebaut. Das heißt: Das jetzige Schulsystem hat sich überlebt. Die Gemeinschaftsschule muss her. 3. Alle Schulen sollen Ganztagsschulen werden. Hier in Castrop-Rauxel haben wir im Grundschulbereich ja eine eindrucksvolle Bilanz: Bis auf eine Grundschule sind alle Offene Ganztagsschulen. Da kann das Land noch viel von uns lernen.

Gemeinschaftsschule? Das hört sich nach Einheitsbrei an.

Schauen wir erstmal auf die „Leistungsbilanz“ des jetzigen Systems in NRW: 60.000 Sitzenbleiber pro Jahr. Auf einen Bildungsaufsteiger kommen neun Absteiger. Und: 70% aller Beamtenkinder gehen auf ein Gymnasium aber nur 12% aller Arbeiterkinder. Unser Schulsystem ist ineffizient und unsozial. Wir sortieren zu früh und falsch.

Verstanden, aber nochmal: Was macht denn die Gemeinschaftsschule so viel besser?

Die Gemeinschaftsschule nimmt die Kinder nach der Grundschule auf und ist bis Klasse 10 für deren Bildungserfolg verantwortlich. Am Ende der Klasse 10 können alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden. In den Klassen 5 und 6 findet für alle Kinder gemeinsamer Unterricht statt, danach wird in der einzelnen Schule nach Lerngruppen differenziert. Je nach Stärke des Einzelnen. Da sind auch Wechsel leichter möglich innerhalb derselben Schule.

Viele Eltern fürchten riesige Schulen mit mehr als 1000 Schülern.

Diese Angst ist unbegründet. Die Gemeinschaftsschulen werden nicht größer sein, als die weiterführenden Schulen heute sind. Aber durch sie werden wir in der Lage sein, trotz sinkender Schülerzahlen Schulstandorte zu retten.

Bei all diesen Maßnahmen: Was haben unsere Kinder von einer solchen Umstellung?

Ein leistungsfähigeres, gerechteres und besseres Schulsystem. Und das heißt: bessere Startchancen für ihr zukünftiges Leben. Dafür steht die SPD.

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